Der Heilige Geist und wie ich ihn neu erlebe

Was ist der trinitarische Kompass?

In einem unserer letzten Hauskreise beschäftigten wir uns mit dem Heiligen Geist. Als Grundlage dafür diente uns der trinitarische Kompass der „Natürlichen Gemeinde Entwicklung“
Die Hauptaussage: Um eine gesunde Beziehung zu deinem Gott zu haben, braucht man alle Personen der Dreieinigkeit Gottes gleichermaßen.
1. Betont man Gott als Schöpfer zu arg, droht der Glaube abzurutschen, in Richtung „nur die soziale Verantwortung zählt“. Der Glaube bleibt ein diakonischer Dienst.
2. Ist Gott als Geist und Begleiter zu stark im Fokus, dann kann sich ein Wunderglaube und Spiritualismus einschleichen. Der Glaube hat dann weniger mit mitmenschlichen Beziehungen zu tun.
3. Stellt man Gott als Sohn und Erlöser allein in den Mittelpunkt, kann es passieren, dass man in allen Krankheiten zum Beispiel nur das Wirken von Sünde und Erlösungsbedürfnis sieht. Man kann dann zu einer engen, gesetzlichen Weltsicht neigen.

trinitarischer Kompass Copyright by NGE

Trinitarischer Kompass

Wie ich den Heiligen Geist neu erlebt habe

Als ich mich mit dem trinitarischen Kompass beschäftigte, merkte ich innerlich, wie wichtig es ist, im Gleichgewicht zu bleiben. Ich hab ein Überbetonen jedes einzelnen Bereichs an mir selbst schon mal erlebt.
In den letzten Jahren war ich sehr auf den Heiligen Geist fixiert. Ich dachte, er steckt nur in den fantastischen, übernatürlichen, schockierenden Sachen drin. Ich habe mich selbst angestrengt, auf diese Art eine geistliche Autorität zu erreichen. Mein Leben sollte heiliger, reiner, besser werden.
Erst vor kurzem stellte ich fest, welchen Druck ich mir dadurch selbst mache. Ich wollte mir Anerkennung und Autorität eben selbst erarbeiten. Den Sohn Jesus habe ich dabei völlig aus dem Blick verloren. Ich versuchte den Heiligen Geist und auch Gott im Allgemeinen als den schenkenden Gott zu betrachten, der Gott der mich liebt und der mir Gaben schenkt. Über Gott selbst und seine Gaben kann ich nicht verfügen und sie mir auch nicht erarbeiten. Ich musste wieder neu lernen, mich beschenken zu lassen.

Jesus hat meine Beziehung zum Heiligen Geist stark verändert

Dadurch, dass Jesus stärker in mein Gottesbild kam, hat sich meine Beziehung zum Heiligen Geist interessanterweise auch verändert – ja, sogar verbessert.
Ich liebe es, immer wieder Gott zu fragen:
Was hast du vor?
Was willst du in dieser Situation bewirken?
Das macht mich ruhig und frei, weil ich weiß, Gott hat alles in der Hand. Er begabt mich und rüstet mich aus. So kann ich allem gewachsen sein. Nicht, weil ich toll bin, sondern weil mein Gott toll ist!

Der Heilige Geist wirkt auch heute noch Wunder

Kann man das Wirken des Heiligen Geistes heute noch als „wundervoll“ bezeichnen oder gehört dieses Wirken in die Zeit der Apostelgeschichte?
Mein Erfahrung sag eindeutig: Ja. Der Heilige Geist will auch heute noch durch uns wirken. Ich durfte schon erleben, wie durch mein Gebet Menschen gesund geworden sind, zum Beispiel von Grippe. Ein ebenso sichtbares Wirken ist es, wenn Gott sich durch Seelsorge und Gebet um die innere Nöte von Menschen kümmert. Ängste, Verletzungen, die durch kaputte Beziehungen ausgelöst wurden, sind für
Gott kein Hindernis. Das ist großartig!
Ich liebe es mit Gott an vorderster Front zu erleben, wie er Menschen postitiv verändert, Auswege schenkt und gesund macht. Und das alles wirkt der Heilige Geist durch mich und durch uns! In Ihm ist Gott uns ganz nahe, nimmt Einfluss in unserem Leben.
Das zu erkennen, darüber dankbar zu sein und immer mehr von Ihm zu erwarten, macht mein Leben spannend und lebenswert.

Gott wirkt durch uns – wenn wir ihn lassen

Aber ich kenne auch das Gegenteil. Manchmal möchte Gott durch uns wirken und wir lassen es nicht zu.
Gott gab mir mal einen starken innerlichen Eindruck, zu einem Menschen zu gehen und ihn mit einem Bibelvers zu ermutigen und für ihn zu beten. Ich konnte mich leider nicht dazu überwinden und das hat mir im Nachgang richtig leid getan. Das Schöne war, dass Gott in allem gnädig ist.
Eine geraume Zeit später hatte ich den Eindruck nochmal. Dann konnte ich mich überwinden zu beten und einen Vers weiterzugeben und es war großartig!

Beten ist gefährlich!

Ich darf immer wieder lernen, ganz Sache mit Gott zu machen, denn Beten ist gefährlich. Wenn ich sage, “Ich möchte mich dir zur Verfügung stellen, Gott”, dann wird Gott das nutzen. Dann ehrlich zu mir und zu Gott sein, ist die hohe Kunst 😉
Ich möchte jeden dazu einladen und immer wieder davon erzählen, wie großartig unser Gott ist. Er trägt Sünde. Durch ihn bin ich frei. Ich kann mich von ihm beschenken lassen und muss mir gar nichts erarbeiten. Leistungsdruck gibt es bei ihm nicht und das setzt mich frei – Frei mich vom Heiligen Geist voll und ganz gebrauchen zu lassen.

By Eric