Die Glaubenstaufe von Hanna

Ich bin getauft, aber wie und durch was?

Als Baby wurde ich getauft, so wie es viele kennen. Mir wurde etwas Wasser über den Kopf geträufelt und es gab einen Segen, wie es üblich ist. Aber war es eine Glaubenstaufe? Das hatte doch nie wirklich eine große Bedeutung in meinem Leben. Ich habe meine Taufe ja gar nicht mitbekommen und es war doch eher ein traditionelles Ding. Es war einfach ein Tag, an dem sich die ganze Familie traf, alle Spaß hatten und innerhalb der nächsten Tage war alles wieder vergessen.

Aber Taufe ist mehr.

Das konnte also nicht meine Glaubenstaufe gewesen sein. Manche begründen die Taufe damit, dass man sein Kind in die Hände Gottes legt, damit er es beschützt, bis es selbst zu Jesus findet. Tolle Idee und als Eltern kann man das gern machen, wenn man sich dann besser fühlt. Aber Gott hätte auch ohne diese Taufe auf mich Acht gegeben.
Was war meine Taufe also dann?

Der Glaubenstaufe folgt die Wassertaufe

Nach ihrer Glaubenstaufe hat sich Hanna am 8. September 2018 im Cospudener See taufen lassen

Mein Glaube begann mit einer Sehnsucht

Wie ich später feststellte, wirkte auch meine Konfirmation für mich nicht als Taufbestätigung. Ich wurde in einer Zeit konfirmiert, die für mich von viel Schmerz gebrandmarkt war. Der passende Spruch für mich war aus Offenbarung 21,4: “und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird sein, denn das Erste ist vergangen.” Ich ließ mich konfirmieren, weil ich das, was Jesus sagte, für gut empfand. Ich fühlte mich wohl in der Gegenwart von Menschen, die Jesus liebten und es zog mich einfach in diese Gemeinschaft, in der ich geliebt war. Es war diese Sehnsucht nach einer wahren Beziehung mit Gott. Diese Beziehung hatte ich jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ich wusste nicht einmal, dass es so eine Beziehung gibt und schon gar nicht, wie man sie eingehen kann.

Das Verlangen nach Gott erlosch nicht

Nach meiner Konfirmation verlor ich den Kontakt zu Gott immer mehr, aber die Sehnsucht nach ihm blieb. Ich versuchte sie mit Dingen zu füllen, die mir am Ende nur schadeten. Ich weiß, dass Gott selbst diese Sehnsucht in mein Herz legte. Und wenn ich die letzten Jahre betrachte, weiß ich auch, dass er immer da war und versuchte mich zu sich zu ziehen. Ich war ihm nicht egal, auch wenn ich ihn immer weniger beachtete.
Mit der Zeit begriff ich zwar, dass nur er meine Sehnsucht stillen kann. Mein Problem war jedoch, dass ich mich aufgrund meiner Fehler immer schlecht vor ihm fühlte.

Liebe, die alles verändert

Stück für Stück mir Gott aber, dass er anders ist als ich dachte. Ich erlebte seine Gnade und seine unendlich große Liebe. Eine Liebe, die ich mir nicht erarbeiten muss. Er ist mein Vater, ohne dass ich dafür besonders gut oder schlau sein muss. Er liebt mich wie jeden anderen, ohne dass ich dafür große Taten vollbringen muss. Und seine Gnade zeigt sich mir in Jesus.

Als ich verstanden hatte, was Gott durch Jesus für mich getan hatte, wurde alles anders. Ich erkannte, dass ich mich aufgrund meiner Fehler aus der Vergangenheit nicht schlecht fühlen musste. Denn durch Jesus waren sie mir schon längst vergeben. Mir wurde bewusst,  welche große Gnade Gott mit mir hatte, indem er mein Leben um 180° veränderte.

Meine Sehnsucht ihm Dank zu erweisen wurde immer größer. Ich sah, dass er schon jetzt meinen Konfirmationsspruch erfüllte hatte. Er wischte mir wirklich alle Tränen ab. Und allen Schmerz, den ich in mir trug, ließ er verschwinden. Oh praise the Lord! Eines Abends war ich so überwältigt von seiner Gnade und Liebe, von seiner Größe und von seiner Herrlichkeit, dass ich anfing zu weinen. Einfach aus Dankbarkeit, dass er mich nie hat fallen lassen und dass er mein Leben veränderte.

Seine Liebe führt zu meiner Entscheidung für ihn

Ich wusste nicht, was ich machen sollte und ich fing an zu beten und sagte: Gott, nimm mein Leben, mach damit was du für richtig hältst. Ich möchte, dass du mein Leben steuerst, da ich gesehen habe, wie gut du alles machst. Ich möchte da sein, wenn du mich rufst. Ich möchte dein Werkzeug sein und ich möchte, dass andere auch diese geniale Liebe erfahren. Bitte schenke mir noch mehr Liebe in mein Herz, eine Liebe, die von dir kommt, damit ich sie auch an andere weitergeben kann.

Und in dem Moment strömte etwas durch meinen Körper, das ich nicht beschreiben kann. Es war wie ein Wind und es fühlte sich einfach gut an. Und ich wusste, es war Gott. Sein Heiliger Geist kam in mein Innerstes. Ich fing wieder an zu weinen, weil ich nicht wusste, womit ich es verdient hatte, dass mir Gott so nah ist. Und wieder erkannte ich seine unendlich große Gnade.

Glaubenstaufe und Wassertaufe gehören zusammen

Alle 4 Täuflinge glücklich nach ihrer Tuafe

Die Glaubenstaufe als Anfang

„Ich taufe euch mit Wasser, aber er wird euch mit dem Heiligen Geist taufen“ (Markus 1,8). Das sind die Worte von Johannes dem Täufer. Auch er taufte mit Wasser, aber die wirkliche Taufe geschieht im Inneren, ganz persönlich mit Gott. Für mich war es das krasseste Erlebnis, was ich je hatte. Und das Gute ist, es hörte nicht auf, wie die Taufe als Baby, die nach ein paar Tagen vergessen war. Nein, diese Glaubenstaufe ist der Anfang einer intensiven Beziehung zu Gott.

Sie ist etwas, was ich nie mehr verlieren möchte. Sie hält mich am Leben, es gibt mir Kraft, Hoffnung und Freude und das in jeder Lebenssituation. Auch wenn alles schlecht läuft, kann ich Freude empfinden, denn durch Jesus hab ich Frieden in meinem Herzen. Ich bin einfach nur dankbar.

Das war also meine innere Taufe. Und jetzt möchte ich mich ein für alle Male mit Wasser taufen lassen, vor allen Freunden aus der Gemeinde, um zu zeigen: Ich gehöre für immer zu Jesus. Der Wunsch, das allen zu erzählen, ist so groß und deswegen möchte ich das tun. Für meine Beziehung mit Gott ist diese Taufe zwar nicht essenziell, aber es wird toll und es wird mir Kraft geben und ich hoffe auch anderen. Es ist etwas, was wir als Gemeinde zusammen feiern und aus Erfahrung weiß ich, dass Gemeinschaft eine ganz besondere Art von Kraft hervorruft. Denn #WeAreBetterTogether“. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Matthäus 18,20). Danke Gott in Jesu Namen!

Ähnliches haben es auch Niko und Patricia erlebt. In ihrem Zeugnis beschreiben Sie sehr persönlich ihren Weg zur Taufe. Lass dich ermutigen!

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